Ensemble

Matilde Fratteggiani Bianchi

Die Sopranistin Matilde Fratteggiani Bianchi wurde 1993 in Perugia, Italien, in eine Musikerfamilie geboren. Sie lernte von Kind an das Klavierspielen und spricht sowohl muttersprachlich Italienisch als auch Deutsch. Nach einem Studium der Kunstgeschichte wechselte sie ins Gesangsfach und studierte in Berlin zunächst bei Dorothe Ingenfeld und anschließend bei Prof. Ursula Hesse von den Steinen. Meisterklassen absolvierte sie des Weiteren bei Sara Mingardo, Veronica Cangemi, Gemma Bertagnolli sowie bei Doerthe Maria Sandmann am Institut für Alte Musik.

Matilde war mehrfach Stipendiatin der Accademia Vivaldi in Venezia und sammelte Konzerterfahrung u.a. im Teatro Ducale Sabbioneta, Palazzo Giustinian Venezia. In Berlin debütierte sie als Oratorien-Solistin im Berliner Dom unter der Leitung des Domkantors Adrian Büttemeier.
Ihre Vorliebe für Barockmusik und die historische Aufführungspraxis führten sie zu Meisterkursen und Festivals in Italien, Deutschland und der Schweiz. Auch beschäftigt sie sich regelmäßig mit neuer Musik, Klassikern der Moderne sowie zeitgenössischen Uraufführungen. Motiviert durch ihre Begeisterung für interdisziplinäres Arbeiten in unterschiedlichen Kunstgattungen, trat sie auch bei Literaturfestivals, in Kunstgalerien, Theateraufführungen und Video-Art-Projekten auf. Seit Frühjahr 2025 ist sie Sopranistin im Trio OrgaVoce.

Helen Ispirian

Die Mezzosopranistin Helen Ispirian mit armenisch-oberfränkischen Wurzeln studierte zunächst Gesang, Tanz und Schauspiel an der Universität für Musik & Darstellende Kunst in Wien sowie klassischen Gesang und Musikpädagogik an der Universität der Künste Berlin bei KS Prof.Ute Florey (geb. Döring). Zuvor hatte sie Unterricht bei Reiner Goldberg (Berliner Staatsoper) und nahm an Meisterkursen bei Peter Svensson (Wien) teil. Bis 2025 absolvierte sie erfolgreich das Aufbaustudium für Barockgesang bei Doerthe Maria Sandmann am Institut für Alte Musik der UdK Berlin.

Zwar kam Helen schon als Kind mit klassischer Musik in Berührung durch Violin- Klavier- und Ballettunterricht und erhielt auch ihren ersten Gesangsunterricht von einer klassischen Sängerin, doch bevor die vielseitige Künstlerin ihre Liebe zur Barock-Musik entdeckte, sammelte sie sehr unterschiedliche künstlerische Erfahrungen: Mehrere Monate hatte sie einen Gastaufenthalt am Deutschen Theater Almaty in Kasachstan, wo sie hauptsächlich in einer musikalischen Brecht-Adaption von "Mutter Courage und ihre Kinder" mitarbeitete; Sie gestaltete außerdem die Titelrolle in der russischen Erstaufführung von Georg Kreislers "Heute Abend: Lola Blau!" im Moskauer Meyerholdzentrum und gründete die Band GASTARBAiTERKA, die deutsches Chanson mit Balalaika und Akkordeonklängen aufmischte und u.a. auf Einladung der Deutschen Botschaft und dem Goethe Institut sowohl in Moskau - z.b. am "Europatag"auf dem Roten Platz - als auch mehrfach im Ural und in Sibirien Konzerte gab.

Deutschlandweit arbeitete Helen Ispirian im Duo mit Pianisten, Gitarristen und Akkordeonisten im Bereich Chanson und Lied sowie in experimentellen Projekten u.a. mit dem Sonar Quartett Berlin mit Mitgliedern des Ensemble Mosaik. 2021 trat sie zu den offiziellen Feierlichkeiten der Diaspora-Armenier am Gedenktag der Genozid-Opfer auf. Außerdem hat sie zwei Kurzfilme als Regisseurin gedreht. Der mit OrgaVoce realisierte musikalische Musikfilm "Erhöre uns süße Freiheit!" wurde auf internationalen Festivals ausgezeichnet und nach erfolgreicher Wettbewerbs-Teilnahme 2023 vom Goethe Institut veröffentlicht.

Helen erhielt Künstlerstipendien vom Deutschen Musikrat, vom Musikfonds sowie von der GVL (Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten).

Solistisch ist Helen inzwischen vorwiegend im Bereich der Barockmusik tätig. Mit einem jüdischen Vokalquartett gastierte sie auf mehreren Festivals. Projektbezogen wird Helen auch regelmäßig als Altistin von verschiedenen professionellen Chören engagiert. Sie wurde für die Stammbesetzung des Symphonischen Chores Bamberg ausgewählt und trat als Chorsolistin u.a. mit dem Ernst-Senff-Chor & Deutschen Sinfonie Orchester unter der Leitung von Roland Böer im Konzerthaus Berlin auf. Helen hatte außerdem Gastengagements in den Opernchören am Anhaltischen Theater in Dessau, am Staatstheater Darmstadt, am Landestheater Coburg, am Gerhardt-Hauptmann-Theater Görlitz und am Nordharzer Städtebundtheater und gastiert derzeit als Chorsängerin in der Münchener Staatsoper bei der Produktion "Pénélope" von G.Fauré unter der Leitung von Andrea Breth (Regie) und Susanna Mälkki (Musikalische Leitung).

Helen arbeitete mit namhaften Dirigenten wie Daniel Barenboim, Roland Böer, Justin Doyle, Florian Helgath, Elisa Gogou, Mirga Gražinytė‐Tyla, Oscar Jockel, Kiril Karabitz, Maike Bühle, Fabian Enders, Marcus Merkel, Michael Sanderling, Nathalie Stutzmann, Juraj Valčuha, Jörg Peter Weigle u.a.

Konzertorte waren z.B. die Berliner Philharmonie, das Konzerthaus und die Waldbühne, der Berliner Dom, das Globe Theater in Coburg, die Konzerthalle der Bamberger Symphoniker, die Bad Kissinger Sommerfestspiele, die Thomaskirche in Leipzig sowie die Meistersingerhalle Nürnberg oder das Kunstfest Weimar.

Helen ist maßgeblich für die künstlerische Programmgestaltung und Profilbildung bei OrgaVoce verantwortlich.

Karolina Juodelyte

Karolina Juodelytė, geb. 1990 in Vilnius, „zählt zu den führenden Konzertorganisten, die bei technischer Brillianz über eine reife künstlerische Gestaltung verfügt” (Axel Engels in „Westfälische Nachrichten”, 2019).

Karolina Juodelyte ist eine gefragte Solistin sowie auch Kammermusikinterpretin bei nationalen und internationalen Festivals in Deutschland, Finnland, Litauen, Österreich, Polen, Russland, Italien, Kroatien und der Tschechischen Republik gespielt und Meisterkurse bei namhaften Organisten (G. Bovet, D. Roth, J. Tuma, H. Lucke, T. Jellema, D. Tagliente, S. Cherepanov, H. O. Ericsson, A. Frey, H. Vogel, L. van Doesselar u.a.) besucht.

Sie tritt mit Orchestern wie der Dresdner Philharmonie, Konzerthausorchester Berlin, ORSO-Philharmoniker, den Bielefelder Philharmonikern, der Nordwestdeutschen Philharmonie, dem Litauischen Kammerorchester, der Orchestergesellschaft Detmold, den Magdeburger Philharmonikern, dem Kammerorchester Berliner Cappella, der Kammersymphonie Berlin und Concertino Berlin auf.

Ihre CD (Odradek Records, 2018) mit der Aufnahme des Concerto für Orgel, Violine und Kammerorchester des litauischen Komponisten Julius Juzeliūnas zusammen mit dem führenden litauischen Violinisten Džeraldas Bidva, der Dirigentin Adrija Čepaitė und dem Litauischen Kammerorchester wurde in die Auswahlliste für die Grammy-Awards 2019 aufgenommen.

2020 hat sie eine CD „The Road to Silence“ mit zeitgenössischer litauischer Orgelmusik eingespielt (MAMA-Studios). Weitere CDs hat sie mit dem Litauischen Streichquartett (Lithuanian National Philharmonic Society, 2013) und der Opernsängerin Nora Petročenko („MAMA Studios“, 2016) eingespielt.

Ihre erste Begegnung mit der Musik hatte sie bereits im Alter von sechs Jahren mit dem Eintritt in die Ciurlionis-Kunst-Schule in Vilnius. Ihr erstes Instrument war das Klavier. Im Alter von 12 Jahren erlernte sie das Orgelspiel bei Vida Prekeryte. Sie studierte zunächst an der Litauischen Akademie für Musik und Theater parallel Orgel (Prof. Gediminas Kviklys und Prof. Virginija Survilaitė) und Musikwissenschaft sowie im Rahmen verschiedener Austauschprogramme an der Universität für Musik und Darstellende Kunst in Wien (Prof. Roman Summereder) und an der Sibelius Akademie in Helsinki (Prof. Kari Jussila). An der Hochschule für Musik in Detmold legte sie ihr Master und Konzertexamen bei Prof. Martin Sander ab. Außerdem erwarb sie dort einen Bachelor in Kirchenmusik. Im Jahr 2021 hat sie ihr Masterstudium für Kirchenmusik an der Universität der Künste Berlin abgeschlossen.

Karolina Juodelyte gewann 2011 den Internationalen Ciurlionis-Wettbewerb in Vilnius und erhielt sechs Sonderpreise (beste Darbietung der Werke von M. K. Ciurlionis, beste Darbietung der Fuge b-moll von M. K. Ciurlionis, kreativste Interpretation der gegenwärtigen Musik, artistischster Auftritt, jüngste Finalistin, Möglichkeit des Auftritts in der Litauischen Nationalphilharmonie). 2012 bekam sie den dritten Preis beim Internationalen L. Janacek-Wettbewerb in Brno (Tschechische Republik). 2014 gewann sie einen Preis beim Interpretationswettbewerb des Alumnivereins und des AStA der Hochschule für Musik Detmold. Im gleichen Jahr bekam sie einen Sonderpreis für die beste zweite Runde beim Internationalen Petr-Eben-Wettbewerb in Opava, Tschechische Republik. 2015 gewann sie den 2. Platz und einen Sonderpreis für die beste Interpretation eines Werks von J. P. Sweelinck beim 9. internationalen J. P. Sweelinck-Orgelwettbewerb in Danzig (Polen). 2017 erhielt sie den 3. Platz beim 1. Internationalen Orgelwettbewerb in Bialystok (Polen) und war Halbfinalistin beim 8. Internationalen Orgelwettbewerb in Musashino-Tokyo (Japan). In 2019 war sie Preisträgerin beim 2. Internationalen Orgelwettbewerb in Shanghai (China). In 2020 erhiel sie den 3. Platz beim 8. Internationalen Franz Schmidt Orgelwettbewerb in Wien (Österreich).

Seit 2017 hat sie alle Uraufführungen der Orgelstücke der litauischen Komponisten anlässlich der Internationalen Musikwissenschaftskonferenz in Litauen gespielt.

Von 2018 bis 2022 unterrichtete Karolina an der Hochschule für Musik und Theater in Vilnius.

2019 wirkte sie an einem Musikvideo des Regisseurs Darius Abaris mit, welches mit Livemusik der Litauischen Philharmonie unter der Leitung von Robertas Šervenikas während der Veranstaltung im Litauischen Operntheater anlässlich des litauischen Unabhängigkeitstages gezeigt wurde. Im gleichen Jahr trat sie in der Litauischen Philharmonie zusammen mit dem Litauischen Kammerorchester unter der Leitung von Sergey Krylov auf. 2012 und 2013 bekam sie von Litauens Staatspräsidentin Dalia Grybauskaite und von der Vorsitzenden des Litauischen Seimas Irena Degutiene einen Dank ausgesprochen. Sie war sie Stipendiatin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), der Gesellschaft der Freunde und Förderer der Hochschule für Musik Detmold und der A. Toepfer-Stiftung (Concerto-Musikstipendium).